Die Geschichte des HackTalk und HackCamp

Portrait Steven Schwenke

Die Geschichte der auf dieser Seite vorgestellten Veranstaltungen ist eng mit mir, Steven Schwenke, verbunden. Aus diesem Grund erzähle ich aus der Ich-Perspektive. Zum besseren Verständnis ist es wichtig zu wissen, dass ich ein begeisterter und überzeugter Softwareentwickler bin. Diese Tätigkeit ist für mich nicht nur Job, sondern Berufung, weshalb ich meine Begeisterung schon immer mit anderen Menschen teilen wollte. Gleichzeitig ist der Austausch mit anderen Entwicklern einer der Stärken der Branche: In zahlreichen Konferenzen und auf Austauschplattformen wird Wissen kostenfrei und direkt weitergegeben. Das hat mich schon früh begeistert und mir sehr geholfen, sodass ich meine eigenen Erfahrungen in die Community zurückgeben wollte.

Als ich 2013 in Wolfsburg arbeitete, suchte ich andere begeisterte Softwareentwickler, mit denen ich mich austauschen und von denen ich lernen konnte. Obwohl in der Stadt und im näheren Umfeld etliche Hundert oder sogar tausende Entwickler arbeiteten, gab es fast keine Community. Deshalb entschloss ich, einen Entwicklerstammtisch zu gründen. Dieser fand zuerst in der Bar Celona, einem Szene-Restaurant / -Bar, statt. Zeitlich am späten Nachmittag angesetzt, sollte das Treffen zu einem gemütlichen After-Work-Beer einladen, was tatsächlich sehr gut funktionierte. Nach und nach kamen mehr Besucher, wobei es stets eine gemütliche und übersichtliche Runde blieb. Neben dem zwischenmenschlichen Austausch wurden Erfahrungen weitergegeben und aktuelle Entwicklungen in der Branche und der Region besprochen. Auch technische Themen fanden mehr und mehr Einzug.

Die Location war zwar für ein geselliges Zusammensein ganz gut, allerdings nicht für Wissensweitergabe in Form von Vorträgen. Der Coworking-Space Schiller 40 bot sich als eine wunderbare Alternative mit einem ruhigen Raum und einem Beamer an. Die deutlich passendere Ausstattung ersetzte allerdings nicht die Bewirtung. Um wenigstens eine Mate miteinander trinken zu können, habe ich also regelmäßig mehrere Kästen Mate und andere Getränke ins Schiller 40 gefahren. Es ist natürlich ziemlich umständlich, jedes Getränk einzeln abzurechnen. Ich entschloss also, dass die Getränke ab sofort frei sind und man einen beliebigen Geldbetrag in eine bereitgestellte Spardose werfen kann. Das so gesammelte Geld hat immer die Ausgaben für die Getränke gedeckt. Den übrigen Betrag habe ich als Spende an die Digitalcourage überwiesen, siehe Finanzübersicht.

Die Teilnehmer und ich haben irgendwann bemerkt, dass zwei Stunden am Nachmittag, der Stammtisch hat schon damals von 17 bis 19 Uhr stattgefunden, zu wenig für umfangreiche Themen sind. Deshalb planten wir gemeinsam eine ganztägige Veranstaltung im gleichen Stil: jeder bringt Themen mit, die wir einen ganzen Tag lang bearbeiten. Heute nennt man das "Barcamp". ;) Am 14.06.2014 fand also das erste HackCamp im Schiller 40 statt. Es war das erste von insgesamt fünf in Wolfsburg durchgeführten.

Einige Zeit später zog auch der monatlich stattfindende Stammtisch in eine neue Location: Schakko, ein treuer Besucher der Veranstaltung, bot die Räumlichkeiten seines Arbeitgebers NeosIT an. Da es dort sogar Mate gab, hatte das Kisten-Umherfahren und -Schleppen ein Ende. Alle weiteren BarCamps fanden ebenfalls dort statt, unterstützt von reichlich Mate und Pizza.

Mit der Zeit, immerhin lief die Veranstaltung schon drei Jahre, hatte sich auch meine berufliche Situation geändert und nach Braunschweig verlagert. Dort gab und gibt es eine deutlich aktivere Community, allerdings nichts, was mit der gemütlichen gemeinsam-lernen-Runde des HackTalk vergleichbar wäre. Deshalb entschloss ich mich, die Erfahrungen aus Wolfsburg zu nutzen und den HackTalk Braunschweig zu organisieren, welcher am 22.03.2016 das erste Mal stattfand. Die Firma Triology hat sich dankenswerterweise als Gastgeber angeboten, sodass es von nun an auch in Braunschweig einen monatlichen HackTalk, zeitlich versetzt zu dem in Wolfsburg, gab. Beide Veranstaltungen hatten aufgrund des unterschiedlichen Besucherkreises auch unterschiedliche Themen. Im Wesentlichen waren es zwei relativ unabhängige Events.

Auch das HackCamp zog nach Braunschweig. Insgesamt wurden zwei HackCamps bei der msg DAVID durchgeführt, mit reichlich logistischer Unterstützung für die gewachsene Ganztagesveranstaltung, die mehr als zwanzig Gäste anlockte. In Summe gab es über die Jahre sieben HackCamps.

Ende 2019 begann eine Zeit des Umbruchs. Am 03.12.2019, nach mehr als 30 tollen Veranstaltungen, fand der letzte HackTalk in Wolfsburg statt. Die NeosIT wurde aufgelöst und da mein Fokus mehr und mehr in Braunschweig lag, habe ich keine neue Location gesucht. Es war eine schöne Zeit in Wolfsburg!

Nur wenig Zeit später, in 2020 fanden ganze zwei reguläre HackTalks statt, hielt das Corona-Virus die ganze Welt an. Zur Risikominimierung fanden schon sehr früh keine Präsenzveranstaltungen beim HackTalk mehr statt. Mehrere Monate lang verweilte die Veranstaltung im Zwangspausenmodus in der Hoffnung, dass sich die Situation bald "normalisieren" würde und der gemeinsame direkte Austausch im geselligen HackTalk-Format weitergehen könnte. Doch auch nach längerer Zeit war klar, dass das so schnell nicht gehen würde. Deshalb findet am 03.11.2020 die erste online-Veranstaltung des Formats statt.